Wirkung:
erweichend, schleimlösend, harntreibend
Anwendungsbereiche:
ausbleibender Menstruation, leichte Herzbeschwerden, Verbrennungen
Verwendete Pflanzenteile:
Zwiebel
Sammelzeit:
Mai, Herbst
Zu finden:
Steht unter Naturschutz in einigen Bundesländern (Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen). In der Schweiz ist er landesweit geschützt. Wächst hauptsächlich in reinen Laubwäldern bis 2000 Meter Höhe.
Inhaltsstoffe:
Schleimstoff, Gerbstoff, Glykoside
Sonstiges:
Der Türkenbund ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die 30 bis 150 Zentimeter hoch werden kann. Die ovale Zwiebel hat einen Durchmesser von bis zu acht Zentimetern und besteht aus gelben Schuppen. Wie viele Geophyten hat sie Zugwurzeln, die die Zwiebel im Boden halten. Der kräftige, runde Stängel ist meist rotfleckig und hat an der Basis viele Blätter. In der Mitte stehen die Blätter in Schichten, die von unten nach oben kleiner werden. Die lanzettlichen Blätter sind etwa 15 Zentimeter lang und 5 Zentimeter breit. Zwischen Juni und August erscheinen bis zu sechzehn duftende Blüten in einem Blütenstand, die nickend sind. Die Blüten sind meist fleischrosa und haben eine charakteristische Turbanform. Der Durchmesser des Perigons beträgt etwa drei bis sechs Zentimeter. Die Pflanze produziert dreifächrige Kapseln, die im September reifen und bis zu 100 Samen enthalten. Die Samen sind geflügelt und können sich durch Wind oder Tiere verbreiten.
Die schuppige Zwiebel ist goldgelb, daher kommt auch der verbreitete Name Goldwurz. Türkenbund hat prächtige rot gefleckte Kelche und Blätter. Auf einer sonnigen Bergwiese kann eine Pflanze bis zu 20 Blüten entwickeln und verströmt dann besonders abends einen schweren, betäubenden Duft.
Die Alchimisten glaubten, mit Hilfe der Goldwurz unedles Metall in Gold umwandeln zu können.
In der Küche isst man die gekochten Zwiebeln wie Gemüse, in Sibirien gibt es noch reichlich Türkenbund.
In alten Kräuterbüchern spricht man von „der edlen Wurz martagon“, die Gicht und Fußbeschwerden heilt. Nach Albertus Magnus verbessert sie Schmerzen der Nieren. Heute gibt es bessere Pflanzen wie diese, die seltene Pflanze sollte man dafür nicht mehr nutzen.
Türkenbund wird neben der Feuer-Lilie und der Madonnen-Lilie im Garten gepflanzt.
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