Fichte (Picea abies)

Wirkung:

durchblutend, hustenstillend, schleimlösend, entzündungshemmend, hautreizend, entschlackend

Anwendungsbereiche:

zur Blutreinigung, Husten, festsitzender Schleim in der Lunge, desinfiziert und reinigt die Bronchien, Entzündungen im Hals, eitrige Atemwegserkrankungen, Durchblutungsstörungen, rheumatische Erkrankungen, Krampfadern, zur Nervenstärkung, Neuralgien, Kopfschmerzen

Verwendete Pflanzenteile:

junge Triebe, Harztropfen

Sammelzeit:

April, Mai

Zu finden:

Warnung: auf keinen Fall in Fichtenkulturen bzw. Wäldern der Niederungen sammeln, selbst wenn der Förster seine Einwilligung gibt. In den Monokulturen wird häufig gespritzt und mit Wuchsstoffmitteln behandelt. Daran nehmen Mensch und Tier Schaden, es wurde bereits von Erbschäden bei Waldtieren berichtet.

In Bergwäldern bis 2000 Meter oder in Mischwäldern.

Inhaltsstoffe:

Terpentinöl (Harz) ätherische Öle, Pinen, Picein, Limonen, Phellandren, Cadinen, Vitamin C, Gerbstoffe, Ameisensäure, Zucker

Sonstiges:

☕ Tee: 1 Teelöffel frische Sprossen mit 1/4 Liter Wasser aufkochen, abseihen und täglich 3 bis 4 Tassen trinken. Ist Erkältungsmittel und Blutreinigungskur, besonders bei Nieren- und Blasenentzündung.

Die gemeine Fichte ist ein aufrechter, immergrüner Baum, der bis zu 40 Meter hoch werden kann; unter besonderen Bedingungen wurden auch Höhen von bis zu 62 Metern gemessen. Sie ist der größte Baum Europas neben der Weißtanne (Abies alba). Die Fichte kann einen Stammdurchmesser von über 1,7 Metern erreichen. In Deutschland beträgt der durchschnittliche Zuwachs 15 m³ pro Hektar und Jahr. Ihre Wurzeln sind von der Bodenbelüftung abhängig und können sich unterschiedlich entwickeln, je nach Bodenbeschaffenheit. Die Krone der Fichte wächst kegelförmig mit unterschiedlich angeordneten Zweigen. Bei älteren Bäumen hängen die unteren Zweige nach unten. Es gibt verschiedene Ökotypen mit unterschiedlichen Verzweigungsarten, die von Licht und Standortgüte beeinflusst werden. Blütenknospen entstehen zwischen Mai und Juni, oft nur alle drei bis vier Jahre. Die männlichen Blüten sind kegelförmig und werden an den Zweigen des Vorjahres gebildet, während die weiblichen Blüten in Zapfen zusammenstehen. Die Zapfen benötigen ein Jahr, um reif zu werden und fallen nach der Reife ab.

🛑 Bei Asthma oder Krampfhusten (wie es auch ein Keuchhusten ist) können die Krämpfe verstärkt werden, denn das ätherische Öl regt die Sekretion für diese Erkrankungen fast zu stark an.

In der Küche kann man aus den Baumnadeln das Fichtennadelöl herstellen, was durch Wasserdampfdestillation aus frischen Fichtennadeln gewonnen wird. Um 1 Liter Fichtennadelöl herzustellen, werden etwa 500 kg Fichtennadeln benötigt. Der Geruch ist harzig-würzig und kräftig-ausstrahlend. Die Triebspitzen werden in Karottengemüse, in Frischkäse-Zubereitung oder als Beigabe zum Dessert verwendet. Sie schmecken sauer und herb und eignen sich als säuerliche Ergänzung. Aus den Fichtensprossen wurde damals ein Getränk von den nordamerikanischen Ureinwohnern hergestellt, um über den Winter eine Vitamin-C-Quelle zu haben. In angelsächsischen Ländern wird seither „Spruce Beer“ getrunken, wenn dieses auch nicht so populär ist, wie die Erfrischungsgetränke Root und Ginger Beer.

Franzbranntwein, ein beliebtes Produkt zur Linderung von Muskelverspannungen, wie auch geruchsverbessernde Raumsprays mit „Tannenduft“, die oft in Wohnzimmern und Büros verwendet werden, enthalten häufig Fichtennadelöl, welches nicht nur für seinen angenehmen Duft geschätzt wird, sondern auch für seine beruhigenden und antiseptischen Eigenschaften, die das Raumklima verbessern können.

Fichtenzweige im Wohnraum reinigen die Luft.

Räuchern mit Fichtenharz oder kleinen Spänen hat Tradition und wird oft in der Naturheilkunde sowie in spirituellen Praktiken verwendet. Die aromatischen Dämpfe, die beim Verbrennen freigesetzt werden, sollen nicht nur eine reinigende Wirkung auf die Luft haben, sondern auch die Sinne beleben und das Wohlbefinden steigern. In vielen Kulturen ist das Räuchern ein wichtiger Bestandteil von Ritualen und Zeremonien, die dazu dienen, negative Energien zu vertreiben und eine harmonische Atmosphäre zu schaffen.

Die Gemeine Fichte wurde 2017 zum Baum des Jahres gewählt und in Österreich 1997.

Bild: weibliche und männliche Zapfen

Bis in die sechziger Jahre war die Fichte der beliebteste Weihnachtsbaum in Deutschland. Da sie aber schnell ihre Nadeln verliert, wurde sie von stabileren Bäumen wie der Nordmann-Tanne und der Blaufichte weitgehend ersetzt.

Hildegard von Bingen: Wenn die Seuche das Vieh plagt und tötet, so lege frische Fichte Zweige hin, damit sie ihren Duft aufnehmen oder führe die Tiere unter die Bäume, dann werden sie zu husten beginnen und ihre schlechten Stoffe auswerfen.

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Bild: Wikipedia, Michael Springmann, CC BY 2.0

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