Frisch giftig
Wirkung:
auswurffördernd, abführend, verdauungsfördernd
Anwendungsbereiche:
schlecht heilende Wunden, schmerzhafte Ekzeme im Analbereich, Frauenleiden, gestörte Menstruation, Bronchitis, Rheuma, Gicht, Altersschwäche, Blasenleiden, Verdauungsstörungen, als Abführmittel, Depressionen, rheumatische Kopfschmerzen mit Sehstörungen, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Klimawechselleiden, Verschleimung, Magen- Darmstörungen, Verstopfungen, rheumatische Blasenleiden, Wassersucht
Verwendete Pflanzenteile:
Das ganze Kraut
Sammelzeit:
April bis Juni
Zu finden:
In Laub- und Auenwäldern, an Wegen, auf Äckern und auf Schutthalden. Im Donauraum zu finden.
Inhaltsstoffe:
Saponine, ätherisches Öl, Methylamin, Trimethylamin, Hermidin
Sonstiges:
☕ Tee: 1 Teelöffel getrocknetes Kraut mit 1/4 Liter kaltem Wasser zustellen, bis zum Siedepunkt erhitzen und wieder abkühlen lassen, bis die Trinktemperatur erreicht ist. Abseihen und nicht mehr als 2 Tassen pro Tag trinken. Das frische Kraut wäre zwar wirksamer, die Dosierung aber schwieriger. Mehr als die beiden Tassen täglich sollte man nicht zu sich nehmen.
Das Einjährige Bingelkraut ist eine einjährige krautige Pflanze, die 20 bis 50 Zentimeter hoch wird, meist etwa 30 Zentimeter. Im Gegensatz zu Euphorbia-Arten enthält sie keinen Milchsaft. Die Pflanzen sind kahl, beblättert und verzweigt, wobei die steifen Zweige schräg nach oben stehen. Der Stängel ist vierkantig und die Pflanze ist hellgrün bis grasgrün, während das Wald-Bingelkraut dunkler ist. Die Laubblätter sind schmal eiförmig bis lanzettlich und stumpf gesägt; weibliche Pflanzen haben schmalere Blätter. Das Einjährige Bingelkraut ist oft zweihäusig (diözisch). Die männlichen Blüten sind in kleinen Knäueln in Ähren in den Blattachseln angeordnet, die die Laubblätter überragen und sind länger und blütenreicher als beim Wald-Bingelkraut. Weibliche Blüten befinden sich ebenfalls in Knäueln in den Blattachseln, sind grünlich-gelblich und haben drei Blütenhüllblätter. Die Blütezeit beginnt im Juni und dauert bis in den Herbst, die Fruchtreife beginnt ab Juli.
🛑 Das frische Bingelkraut ist schwach giftig und kann unter Umständen bei Weidevieh zu Vergiftungen führen.
In der Magie war das Bingelkraut vor allem eine narkotische Zutat von Hexensalben und Räucherrezepturen.
Die frische Pflanze ist giftig, das mehrjährige Waldbingelkraut Mercurialis perennis ist etwas giftiger als das Schuttbingelkraut Merculialis annua. Es wird nur für homöopathische Arzneien gebraucht.
Das ganze Kraut mit Alaunbeize ergibt Graugelb. Weil sich die Pflanze beim Trocknen blau verfärbt, galt sie als Ersatz für das teure Indigo.
Zur Räucherung kann man die Pflanze mitsamt der Wurzel trocknen. Entweder allein oder als Mischung mit zum Beispiel Hopfen oder Wachholderbeeren verräuchern. Bingelkraut vertreibt schlechte Atmosphäre, wie sie manchmal von übellaunigen Menschen verbreitet wird, die oft tagelang in einem Raum nachklingt. Es stärkt den eigenen Selbstwert.
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