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Waldbaden - Achtsamkeit in der Natur


Waldbaden - Achtsamkeit in der Natur

Was ist Waldbaden?


Das Wort Waldbaden bezeichnet eine Naturtherapie, manchmal nennt man sie auch Ökotherapie, Waldtherapie, Erdung, Shinrin-Yoku oder Sami Lok. Ursprünglich stammt sie aus Japan und wurde dort als gesundheitsfördernde Praxis anerkannt. Man nutzt die Natur um die geistige oder körperliche Gesundheit zu verbessern. Zeit in der Natur zu verbringen hat verschiedene physiologische Vorteile wie Entspannung und Stressabbau.


Im 16 Jahrhundert nach Christi schrieb Paracelsus: "Die Kunst des Heilens kommt aus der Natur, nicht vom Arzt."


Schon 5 Minuten in der Natur verbessert die Stimmung, das Selbstwertgefühl und die Motivation. 120 Minuten in der Natur pro Woche könnten Gesundheit und Wohlbefinden verbessern. Menschen die gern in die Natur gehen, sind kooperativer und angenehmer als diejenigen, die nicht gehen. Die Interaktion kann Stress und Depressionen verringern, bei allen Altersgruppen. Unteranderem reduziert es auch andere psychische Probleme wie Posttraumatische Belastungsstörung PTBS, Missbrauch, einsamen älteren Menschen, Drogen- oder Alkoholabhängigen, bindet Menschen und anderen Menschen mit besonderen Bedürfnissen.

Das Waldbaden kann auch das Selbstmanagement, das Selbstwertgefühl, die sozialen Beziehungen und Fähigkeiten, das gesellschaftspolitische Bewusstsein, die Beschäftigungsfähigkeit und die Beziehungsfähigkeit verbessern, sowie Aggressionen reduzieren.


Erdung ist eine pseudowissenschaftliche Praxis, bei der sich Menschen erden, indem sie die Erde berühren oder die Schuhe ausziehen und so weiter.


Weitere mögliche Vorteile vom Waldbaden sind, dass es bei allgemeiner medizinischer Genesung, Schmerzlinderung, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, Demenz, Fettleibigkeit und Vitamin-D-Mangel helfen kann.

Waldbaden bedeutet, in die Atmosphäre des Waldes einzutauchen: Den würzig-holzigen Geruch zu riechen, die sauerstoffreiche und saubere Luft zu atmen und die Tiere im Wald zu beobachten. Man geht achtsam durch den Wald genießt, entdeckt und erdet sich. Eintauchen bedeutet, dass man gemütlich unterwegs ist. Man flaniert regelrecht durch die Natur. Immer wieder bleibt man stehen oder setzt sich hin, ruht und rastet.




Anleitung zum Waldbaden

In den ersten fünf Minuten im Wald ist es ratsam, erst einmal anzukommen. Dafür bietet es sich an, im Stehen oder im Sitzen die Augen zu schließen, wenn es geht und sich komplett auf das Waldbaden einzustellen. Atme 4-5 Mal tief ein und aus und einfach das hier und jetzt aufnehmen. Am besten ist es dabei die Augen zuschließen, das intensiviert den Effekt. Probiere dich zu entspannen. Je öfter man dies ausprobiert, desto leichter wird es einen fallen. Nach was riecht der Wald? Nach Blumen? Oder nach trockene Nässe nach einem Regenschauer? Vielleicht auch nach Moos oder Holz?


Ist das getan, kann man langsam und gemütlich einen Weg entlangschlendern, den man sich vorher überlegt hat, oder man spaziert einfach drauflos. Unterwegs wird empfohlen, immer wieder stehen zu bleiben, sich hinzusetzen oder hinzulegen und die Eindrücke, die die Natur bietet komplett aufzusaugen. Pflanzen entdecken, wie sie blühen, die Bäume ansehen, die Tiere die in diesem Wald leben, einfach die Natur anschauen und entdecken was rund um einen ist. Probiere die Gedanken im Wald zu lassen bei dir und der Natur. Schweife nicht ab, lass die Arbeit Arbeit sein, denke nicht an deine Schmerzen oder an andere Grübelgedanken.


Im Wald kann man seine 5 Sinne gut einsetzen. Sehen, riechen, hören, fühlen und schmecken.


Sehen und riechen hatten wir schon, kommen wir zum hören. Was hören wir im Wald? Wir achten auf das was wir hören. Sind da Vögel oder Tiere? Stelle oder setzt dich an einen Bachlauf, wenn er auf deinem Weg liegt. Schließe wieder die Augen und richte deine Achtsamkeit auf das fließende Geräusch des Bachlaufs. Nimm dabei 2 bis 3 Atemzüge und stelle dir die Frage ob es dir zu laut oder zu leise ist. Ist das Rauschen des Baches angenehm oder unangenehm? Wie fühlen sich die Klangwellen für dich an?

Der Gehörsinn ist sehr tagesformabhängig. Daher kann es sein, dass wir es manchmal angenehmer finden, wenn das Geräusch leiser ist und an anderen Tagen kommen wir auch mit lauteren Tönen klar. Bei Vogelgezwitscher ist es genauso, manchmal empfindet man es nervig und an anderen Tagen kann man stundenlang zuhören. Solltest du es mal unangenehm finden, gehe einfach achtsam weiter. Möchtest du etwas ausprobieren, so lege deine Hände hinter deine Ohren und forme sie zu einer Muschel. Spiele mit deinen Händen und umfasse das ganze Ohr mit der Hand. Mal ist es lauter, mal ist es leiser, je nachdem was einem gefällt.



Der Tastsinn und das fühlen im Wald: Suche dir einen Platz im Wald und setze dich im Schneidersitz auf dem Boden oder hocke dich einfach hin. Schau das keine Brennnesseln, Brombeeren, Himbeeren oder Ameisen an diesem Platz sind. Wenn du kannst, schließe wieder die Augen und fühle mit deinen Händen und Fingern den Waldboden. Was fühlst du? Ist es kalt oder warm? Sind dort Blätter, Äste, Tannennadeln oder Moos? Nimm bewusst war was du spürst, fühle die Erde an deinen Fingerspitzen.

Im Sommer kann es sein, das diese Übung schwierig wird, durch die Trockenheit auf dem Waldboden. Man könnte Wasser mitnehmen oder dies an einem Bachlauf durchführen und den Boden mit dem Wasser nass machen und dann hinein zu spüren.


Das Schmecken: Im Wald gibt es viele Dinge die man finden und essen kann, ein paar Beispiele sind Pilze, Spitzwegerich, Breitwegerich, Löwenzahn, Bärlauch, Brennnessel, Giersch, Wald-Sauerklee, Vogelmiere, Wald-Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Gänseblümchen, Sauerampfer, Haselnüsse, Walnüsse, Esskastanien, Eicheln, Bucheckern, Hagebutten, Vogelbeeren, Weißdorn, Schwarzer Holunder (nur gekocht), Kornelkirsche, Mehlbeere, Kirschen, Äpfel, Heidelbeeren, Preiselbeeren, Sanddorn, Johannisbeere, Stachelbeeren und auch Bäume kann man essen.


Zum Schluss bekommst du noch ein Erinnerungsstück. Wenn du so durch den Wald gehst und du findest etwas was dir gut gefällt, sammle es auf aber schau das es nur 1 bis 3 Dinge sind. Nimm diesen Gegenstand in deine Hand und schau ihn dir genau an. Ist er sauber oder dreckig? Bewohnen ihn bereits Insekten? Dann bitte bitte wieder zurück legen (nicht schmeißen). Ist dein zukünftiges Waldgeschenk rund oder zapfenförmig, hat er mehrere Farben oder schimmert er im Licht? Danach schließe die Augen und fühle den Gegenstand in deinen Händen. Ist er weich, hart, gummiartig oder sogar spitz? Anschließend verschließe deine Augen und schau wie er sich anhört. Ist da etwas zu hören? Wenn ja was für Töne macht er? Jetzt noch der Geruch. Wie riecht dieser Gegenstand. Stinkt oder duftet er, ist es ein angenehmer oder ein unangenehmer Geruch? Wenn alles passt so wie du es dir vorstellst nimm ihn als Erinnerungsstück mit nach Hause. Sollten es mehr sein, sei dir klar ob du auch wirklich alle mitnehmen möchtest. Wenn nicht, übergib die anderen wieder dem Wald, indem du sie sachte auf dem Boden zurück legst. Wenn du magst, kannst du dich zum Abschluss laut oder leise beim Wald für die gemeinsame Zeit bedanken.


Mit diesem Vorgehen schenkst du dir Zuhause oder an deinem Arbeitsplatz immer wieder eine kleine Wald-Auszeit. Sobald du den Gegenstand ansiehst, berührst oder daran riechst, erinnerst du dich an deine "achtsamen Walderlebnisse". Dein Körper aktiviert automatisch den Erholungsmodus, wenn du ein paar Minuten in diesen Erinnerungen schwelgst. Dein Gehirn kann in dem Moment nicht unterscheiden, ob du in einem Raum sitzt oder tatsächlich einen Wald um dich herum hast.

Doch wer all dies erreichen und erfolgreich Waldbaden möchte, sollte vor allem eines machen: Das Handy bitte zu Hause lassen. Denn das Checken von Mails und Lesen von Nachrichten stört dabei, die Eindrücke des Waldes wirken zu lassen. Auch auf ausführliche Gespräche sollte verzichtet werden. Die gesamte Aufmerksamkeit gilt zu jeder Zeit der Natur.


 

"Waldbaden - Achtsamkeit in der Natur" biete ich auch an. Wer also in meiner Umgebung (Nürnberger Land) darauf Lust hat und es mal kennen lernen möchte, kann mich gern anschreiben und wir werden einen Termin finden der passt. Preis auf Anfrage, ab 5 Personen.

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