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Steinklee, Echter (Melilotus officinalis)


Steinklee

Wirkung:

harntreibend, erweichend, schlaffördernd, blutverdünnend, entzündungshemmend, schmerzlindernd

Anwendungsbereiche:

erweitern die Blutgefäße, Durchblutung, Krampfadern, Thrombosen, Krämpfe in den Waden, Lymphdrüsen-Erkrankungen, verkürzt die Einschlafphase, beruhigt nach einem nervenaufreibenden Tag, Augenentzündungen, Mittelohrentzündung, eitrige Wunden, Drüsen- und Gelenksanschwellungen, geschwollene Mandeln und Lymphknoten, verhärtete Milchdrüsen, rote Äderchen (Couperose), Geschwüre, Furunkel, geschwollene Drüse, Beulen, Zahngeschwüren, Kopfschmerzen, entzündete und geschwollene Glieder,


Verwendete Pflanzenteile:

obere Teile des blühenden Krautes

Sammelzeit:

Juni bis August

Zu finden:

Nur noch selten zu finden. Er wächst an Bahndämmen, auf Kiesplätzen und manchmal an Wegrändern.


Inhaltsstoffe:

Cumarin, Melilotsäure, Gerbstoffe, Schleim, Flavonoide


Sonstiges:

Tee: 2 Teelöffel der klein geschnittenen frischen oder getrockneten Pflanze werden mit ¼ Liter kochendem Wasser überbrüht und ca. 10 Minuten ziehen gelassen. Man trinkt 2 bis 3 Tassen pro Tag.


Der Echte Steinklee ist eine zwei- bis mehrjährige Pflanze und kann zwischen 30 bis 200 cm hoch werden. Die Stängel sind aufrecht und verzweigt. Sie sind überwiegend kahl und nur im oberen Bereich schwach behaart. Die Blätter sind wechselständig angeordnet und haben Blattstiel und Blattspreite. Die gefiederte Blattspreite besitzt drei gestielte Fiederblättchen, von denen das mittlere länger ist. Auf den Fiederblättchen sind 6 bis 14 Paare Seitennerven vorhanden. Die Blattzähne sind stumpf bis spitz, aber unregelmäßig und reichen fast bis zum Grund des Blättchens. Die Nebenblätter sind lanzettlich und meist ganzrandig. Die traubigen Blütenstände sind 4 bis 10 Zentimeter lang und enthalten 30 bis 70 Blüten. Der Blütenstiel ist etwa so lang wie der glockige Kelch. Die Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kronenblätter sind gelb und die Blütenkrone besitzt die typische Form der Schmetterlingsblüte. Die Flügel sind länger als das Schiffchen und an der ihrer Basis mit dem Schiffchen verwachsen. Das einzige Fruchtblatt ist kahl. Blütezeit ist von Juni bis September. Die Früchte sind ein- bis zweisamig.


🛑 Darf nicht mit blutverdünnenden Tabletten eingenommen werden. Solltet ihr euch nicht sicher sein, fragt sicherheitshalber den Arzt oder Apotheker. Das Cumarin sollte maßvoll genossen werden, in hohen Dosen ist es giftig.


Bei den Kelten galt er als heilige und verehrungswürdige Zauberpflanze. Für sie war er Sinnbild der Lebenskraft und deshalb eines der unverzichtbaren Kräuter im Zauberkessel der Druiden.

Steinklee kann im getrocknetem Zustand als Mottenmittel verwendet werden. Es tut der Seele gut. Deshalb hängt man jährlich ein frisch gefülltes Leinensäckchen in die Schränke und lässt in den Räumen die Büschel frei hängen, damit sich über die Nase Wohlbefinden ins Herz einschmeicheln kann.

Man kann Steinklee mit vielen anderen Kräutern mischen, zum Beispiel mit Veilchen oder Schlüsselblumen für guten Schlaf, mit Malve oder Augentrost für die Augen, mit Braunwurz oder Ringelblume für die Lymphdrüsen.


Wer ein Kräuterkissen herstellen möchte kann aus getrocknetem Steinkleepulver und zu gleichen Teilen Eibisch, Malvenblätter, Kamille und Leinsamen eins selbst herstellen. Das Kräuterkissen wird entweder erwärmt und aufgelegt, oder mit heißem Wasser angebrüht. Man kann dies nutzen um es besser bei Beulen und Zahngeschwüren aufzulegen.


Steinklee ist eine Einschleuserpflanze für Kalzium.


Hildegard von Bingen: Der ausgedrückte Saft von Steinkleeblumen, warm in die Ohren geträufelt, nimmt den Schmerz aus ihnen. Mit Essig und Rosenöl vermengt und übergeschlagen, mildert er das Kopfweh.


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