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Spitzwegerich (Plantago lanceolata)


Spitzwegerich

Wirkung:

blutreinigend, heilend, kühlend, hustenlindernd, harntreibend, zusammenziehend, zerteilend, antibiotisch

Anwendungsbereiche:

Husten, Bronchialverschleimung, zur Stärkung des Lungengewebes bei starken Rauchern, Lungenentzündung, Asthma, Bronchitis, zur Blutreinigung, bei Ausschlägen, schwachem Magen, Magersucht, Bindegewebsschwäche, Blutarmut, diffuse Magenprobleme, Verletzungen, blaue Flecken, offene Wunden, starke Kopfschmerzen, unangenehmer Juckreiz nach Insektenstiche und Gelsenstich, Schwellungen, Prellungen, Kropf, Blasen an den Füßen

(Breitwegerich - schmerzende Füße, Entzündungen am ganzem Körper, entzündete Brustwarzen, Zahnschmerzen, Kopfweh, Ohrenschmerzen, Neuralgien, Bettnässen, hat besonders viele antibiotische Inhaltsstoffe)

Verwendete Pflanzenteile:

junge Blätter, Wurzel, Samen


Sammelzeit:

Mai bis September

Die besten Heilmittel entstehen aus den um den 15. August gesammelten Blättern und Wurzeln.


Zu finden:

Überall auf den Wiesen, Wegrändern, Waldrändern und Schuttplätzen.


Inhaltsstoffe:

Schleimstoffe, Aucubin, Catapol, Gerbstoff, Emulsin, Bitterstoffe, Harz, Gerbstoffe, Labenzym, Kieselsäure, Chlorophyll


Sonstiges:

☕Tee: 2 Teelöffel der Blätter werden mit 1/4 Liter kaltem Wasser zum Sieden gebracht und nach 5 Minuten abgeseiht. Der mit Honig gesüßte, frisch zubereitete Tee wird 3-mal täglich getrunken.


Spitzwegerich ist eine ausdauernde Pflanze und kann zwischen 5 bis 50 cm hoch werden. Die Wurzel ist reich verzweigt und kann bis zu 60 cm in den Boden wurzeln. Die aufrecht stehenden Blätter bilden eine grundständige Rosette, wobei jede einzelne Pflanze normalerweise mehrere dieser Rosetten ausbildet. Die Blattspreite ist schmal-lanzettlich, läuft an ihrem Ende spitz zu und sie sind ungestielt und einfach. Die Blätter sind ganzrandig oder besitzen einzelnstehende, flache Zähne. Auf einem langen, 5-furchigen, mehr oder weniger anliegend behaartem Schaft, der etwa doppelt so lang wie die Blätter ist, steht ein dichter, walzenförmiger, ähriger Blütenstand. Spitzwegerich hat kleine, unscheinbare Blüten. Die Blütenkrone besteht aus vier verwachsenen Kronblättern, kahlen Kronröhre und vier zurückgebogenen, bräunlichen, lanzettlichen bis eiförmigen Kronzipfeln. Die Blütezeit ist von Mai bis September.


In der Küche kann man Spitzwegerich komplett nutzen. Die Blätter, Blütenknospen und Samen können auch roh gegessen werden. Die ganze Pflanze schmeckt champignonartig, wobei die Blütenknospen den meisten Geschmack hat. Die Blätter schmecken in Salaten, als Spinat, Suppen, Kräuterbutter oder als Gemüse und die Blütenknospen passen in einem Salat oder gedünstet. Außerdem lassen sich die Knospen in Essigwasser einlegen oder wie Kapern.


Die uralte, germanische Heilpflanze trägt schon in ihrem Namen die Bedeutung "Wegbeherrscher". Sie ist das Symbol der Fruchtbarkeit. Im Neun-Kräuter-Segen wird der Wegerich an zweiter Stelle, gleich nach dem Beifuß genannt. Als Orakel deckt Wegerich die Sünden des Einzelnen auf. Die Pflanze sollte man sorgsam behandeln, weil man sich sonst versündigt, hier wirkt der Glaube an die mächtige Heil- und Zauberpflanze nach.


Wer das Rauchen aufhören möchte, kann es mit 1x täglich Tee oder frischen Spitzwegerichsaft trinken und homöopathisch behandeln, probieren.


Tee für die Atmung

Gegen Husten, Asthma und andere Erkran­kungen der Atmungsorgane kann man Spitz­wegerich-Tee trinken. Entweder als reinen Spitzwegerich-Tee oder in Teemischungen. Die übliche Tages-Menge ist 5 Gramm. Die Spitzwegerich-Blätter lösen den Schleim, wirken gegen Krankheitserreger und lindern Entzündungen.


Blätter gegen Dermatitis/Ekzem/Wunden

Etwa 5 Gramm getrocknete Blätter in 150 ml kaltem Wasser ansetzen, diese Mischung kurz aufkochen und abseihen/filtern. Mit diesem "Tee" macht man mehrmals täglich Umschläge indem man ein Leinentuch/Mullbinde durchfeuchtet und auf die betroffene Stelle legt.


Blätter gegen Laryngitis (Kehlkopfentzündung), Pharyngitis (Rachenentzündung) und Tracheitis (Entzündung der Luftröhre)

Spitzwegerich Tee Zubereitung: Etwa 5 Gramm fein geschnittener getrockneter Blätter mit 150 ml heißem Wasser aufgießen, 5 Mi­nuten ziehen lassen. Abseihen/Filtern und mehrmals am Tag langsam trinken. Spitzwegerichblätter können mit Eibischwur­zel und Isländischen Moos kombiniert werden um die Wirkung des Tees zu steigern.


Blätter gegen kleine Verletzungen für unterwegs

Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ist die beste Medizin für unterwegs, die gleich am Wegrand wächst, wenn man sich beim Wandern verletzt hat. Einfach ein sauberes Spitzwegerichblatt zwi­schen den Fingern verreiben oder zerkauen, auf die Wunde legen und mit einem zweiten Spitzwegerichblatt fixieren. Nach einiger Zeit kann man den verbrauchten Spitzwegerich durch einen neuen ersetzen. Blut wird gestoppt und die Wunde desinfi­ziert, der Heilungsprozess gefördert.


Pflanzensaft gegen Wunden

Wenn man nicht unterwegs ist, kann man aus den Blättern einen Pflanzensaft herstellen, den man auf Wunden träufeln kann.

Der Pflanzensaft hilft gegen Abschürfungen, leichte Verbrennungen, kleine offene Wunden, Insektenstiche, Quetschungen, Furunkel und Hämorrhoiden.


Pflanzensaft für Verdauung und Stoffwechsel

Den frisch gepressten Pflanzensaft kann man gegen Verdauungsstörungen einnehmen. Frischpflanzenpresssaft, Presssaft, Fluidextrakt gibt es auch fertig zu kaufen.

Er hilft bei Darmentzündungen, Magen­schmerzen und reguliert die Verdauungstätig­keit.


Wurzeln gegen Zahnschmerzen

Bei Zahnschmerzen eine frische Spitzwege­richwurzel kauen.


Samen gegen Soor

Die Samen des Spitzwegerichs kann man in Wasser einweichen und dann aufkochen las­sen. Man kann sie Säuglingen äußerlich gegen Soor (Candi­damykosen) geben.


Spitzwegerichblätter

Die Wegerichsamen kann man trocknen und wirken genauso wie Leinsamen sanft abführend.


Hildegard von Bingen: Wer von Stechen geplagt wird, der koche die Blätter in Wasser, drücke das Wasser aus und lege diese auf die Stelle, wo es schmerzt. Das Stechen wird weichen. Wenn aber einem Menschen ein Knochen zerbrochen ist, schneide er die Wurzel in Honig und esse davon täglich auf nüchternen Magen. Und er koche die Blätter mit Wasser und lege sie warm auf die gebrochene Stelle, sie wird heilen.

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