Sonnenblume (Helianthus annuus)

Wirkung:

zusammenziehend, harntreibend, fiebersenkend, hustenlindernd, aphrodisierend


Anwendungsbereiche:

Fieber bei Sommergrippe, Malaria, fieberhaften Lungenerkrankungen, Erkältungskrankheiten, Blasenentzündung, als Anregendes Mittel, stärken die männlichen Anteile der Persönlichkeit, Verbrennungen, unterstützt die Neubildung von Gewebe, blutige Durchfälle, Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Milzschwellung, Milzerkrankungen


Verwendete Pflanzenteile:

Samen und blühende Sprosse

Sammelzeit:

September, Oktober

Zu finden:

Sonnenblumenfelder, auf Bauernhöfe, in Gärten, Die Gewöhnliche Sonnenblume gilt als ursprünglich im südlichen Kanada, in allen US-Bundesstaaten und in den mexikanischen Bundesstaaten beheimatet.

Inhaltsstoffe:

fettes Öl (Linolsäure), Flavonoide, Vitamine, Mineralstoffe, Xanthophylle, Phytosterin, Saponin, Cholin, Lutein, Chlorogensäure

Sonstiges:

☕ Tee: 1 Esslöffel Sprossen werden mit ¼ Liter kochendem Wasser übergossen. 10 Minuten ziehen lassen und dann trinken. 3-mal täglich 1 Tasse ist ausreichend.

☕ 2 Esslöffel frische Blütenblätter oder 1 Esslöffel getrocknete Blütenblätter übergießt man mit ¼ Liter kochendem Wasser. 10 Minuten ziehen lassen und dann trinken. 3 Tassen pro Tag sind ausreichend.

Die Gewöhnliche Sonnenblume ist eine einjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist ein bis zwei, seltener drei Metern erreicht und in vielen Gärten und Feldern zu finden ist, wo sie häufig als Zierpflanze oder zur Herstellung von Sonnenblumenöl angebaut wird. Sie bildet keine Knollen, was sie von vielen anderen Pflanzenfamilien unterscheidet. Der Stängel ist rau behaart und kann bei starkem Wind eine gewisse Stabilität bieten, während die fast alle wechselständigen am Stängel angeordneten Laubblätter in Blattstiel und Blattspreite gegliedert sind, was ihnen eine markante Form verleiht. Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von bis 40 Zentimetern und einer Breite von bis zu 35 Zentimetern breit-herzförmig mit gesägtem Rand und trägt zur Gesamtheit des Anblicks der Pflanze bei. Die nickenden Blütenkörbe, die eine auffällige Farbe aufweisen, weisen einen Durchmesser von 10 bis 40 Zentimetern auf und sind das auffälligste Merkmal der Sonnenblume. Die meist gelben Zungenblüten sind 6 bis 10 Zentimeter lang und bieten einen attraktiven Nahrungsort für Bienen und andere Bestäuber, während die Röhrenblüten braun sind und im Inneren des Blütenkorbs angeordnet sind, was eine harmonische Komposition schafft, die sowohl ästhetisch ansprechend als auch ökologisch wichtig ist. Die Blütenkörbe richten sich fast immer auf „Mittag“ ein; die Sonnenblumen sind also Kompasspflanzen. Die Früchte sind Achänen ohne Pappus, auf dem Korbboden befinden sich viele harte Spreublätter als Tragblätter der Einzelblüten; diese helfen bei der katapultartigen Ausbreitung der Früchte, insbesondere durch Vögel. Außerdem erfolgt eine Versteckausbreitung, zum Beispiel durch Mäuse. Die Früchte breiten sich auch als Regenschwemmlinge aus und die Achänen sind Licht- und Wärmekeimer.

Seit die Spanier die Sonnenblume aus Südamerika nach Europa brachten, hat man die Pflanze auch hierzulande angebaut, sie wird aber erst seit etwa 200 Jahren zur Ölgewinnung genutzt.

In der Küche werden die geschälten, ungerösteten Kerne in allen Blattsalaten, als Zugabe bei Kartoffelspeisen und als gesunde Knabberei verwendet. Die Kerne sind reich an ungesättigten Fettsäuren, das daraus bereitete Öl ist, wenn eine Kaltpressung erfolgte, für eine gesunde Ernährung unverzichtbar. Die Kerne werden auch (teils geröstet) in Backwaren und Süßwaren oder geröstet als Ersatz für Kaffee und Trinkschokolade verwendet. In Müslimischungen findet man die Kerne geschält. In Russland und auf dem Balkan werden geröstete Sonnenblumenkerne „Semetschki“ genannt. In Spanien sind die „pipas de girasol“ beliebt, und in der Türkei heißen sie „Çekirdek“. Sonnenblumenkerne werden auch zur Keimung verwendet und entfalten dabei umso mehr ihre Inhaltsstoffe.

Das Sonnenblumenkernmehl ist ein proteinreiches Mehl aus Sonnenblumenkernen, das häufig in der Lebensmittelindustrie, insbesondere beim Backen, verwendet wird. Es hat einen nussigen Geschmack.

Daneben spielt die Verwendung als Vogelfutter eine große Rolle, denn viele Menschen genießen es, Vögel in ihrem Garten zu beobachten und ihnen eine nahrhafte Ernährung zu bieten. Durch die Bereitstellung von hochwertigem Vogelfutter sorgen wir nicht nur für das Wohl der gefiederten Freunde, sondern tragen auch zur Förderung der Biodiversität bei. Insbesondere in den Wintermonaten ist es wichtig, verschiedene Futterarten anzubieten, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Vogelarten gerecht zu werden, die sich in unseren Gärten einfinden.

In der Tiefebene Ungarns werden aus den Sonnenblumenstängeln Querflöten und anderen Flöten hergestellt, die nicht nur in der Tradition des ungarischen Handwerks verwurzelt sind, sondern auch in der Musikszene des Landes eine bedeutende Rolle spielen. Diese Flöten sind bekannt für ihren hellen, klaren Klang, der von der einzigartigen Beschaffenheit des Materials beeinflusst wird. In zahlreichen regionalen Festivals und Veranstaltungen werden die handgefertigten Instrumente präsentiert, wobei Musiker ihre Fähigkeiten demonstrieren und die Kultur Ungarns lebendig halten. Durch die Verwendung nachhaltiger Materialien wird zudem ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz geleistet, da die Stängel, die sonst entsorgt werden würden, in Kunstwerke umgewandelt werden, die sowohl die Ohren als auch die Herzen berühren.

In der russischen und ukrainischen Volksmedizin wird Sonnenblumenöl für Ölziehen verwendet. Diese Praktik soll den Körper entgiften.

Aus den Sonnenblumenblütenblättern kann auch eine Blütenessenz nach Dr. Bach hergestellt werden. Sie stärkt die männlichen Anteile der Persönlichkeit.

Laut der FAO wurden im Jahr 2022 weltweit 54.285.948 Tonnen Sonnenblumenkerne geerntet. Die zehn größten Produzenten brachten 84,5 % der Welternte ein.

Die Zusammensetzung von Sonnenblumenkernen schwankt naturgemäß, sowohl in Abhängigkeit von den Umweltbedingungen (Boden, Klima) als auch von der Anbautechnik (Düngung, Pflanzenschutz).

Angaben je 100 g reifer, getrockneter Sonnenblumensamen:

Bestandteile
Wasser 6,6 g
Eiweiß 1 22,5 g
Fett 49,0 g
Kohlenhydrate 2 12,3 g
Ballaststoffe 6,3 g
Mineralstoffe
Natrium 2 mg
Kalium 725 mg
Magnesium 420 mg
Calcium 100 mg
Mangan 2,8 mg
Eisen 6,3 mg
Kupfer 1,7 mg
Zink 5,6 mg
Phosphor 620 mg
Vitamine
Vitamin B1 1900 µg
Vitamin B2 140 µg
Vitamin B3 4100 µg
Vitamin B6 605 µg
Vitamin C 0 µg
Essentielle und
semi-essentielle Aminosäuren
Arginin 32200 mg
Histidin 3630 mg
Isoleucin1370 mg
Leucin1710 mg
Lysin890 mg
Methionin490 mg
Phenylalanin1260 mg
Threonin910 mg
Tryptophan310 mg
Tyrosin650 mg
Valin1260 mg

1 Eiweißgehalt nach der EU-Richtlinie zur Nährwertkennzeichnung (Faktor:6,25): 26,5 g
2 Differenzberechnung
3 semi-essentiell
1 mg = 1000 µg
Der physiologische Brennwert beträgt 2405 kJ, entsprechend 580 kcal je 100 g essbarem Anteil.

Die Sonnenblume ist ein häufiges Stilelement in der Kunst, besonders in Stillleben mit Blumen. Besonders bekannt sind die Bilder von Vincent van Gogh, die eine Serie von sieben Gemälden zeigen, darunter „Drei Sonnenblumen“ und „Zwölf Sonnenblumen in einer Vase“. Auch Gustav Klimts Ölgemälde „Die Sonnenblume“ aus 1907 ist berühmt und befindet sich seit 2012 im Belvedere in Wien.

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