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Öliger Auszug (Ölmazerat)


Öliger Auszug

Pflanzliche Inhaltstoffe sind meist gut in Öl löslich, das dann als Massageöl sowie als Creme- oder Salbengrundlage verwendet werden kann. Zunächst muss entschieden werden, ob frisch geerntete oder getrocknete Kräuter zur Ölherstellung verwendet werden sollen. Von getrockneten Kräutern benötigen Sie für die Herstellung von 500 ml Öl etwa 250 g, möglichst klein geschnitten; von frischen Kräutern benötigen Sie etwa die dreifache Menge, da diese sehr viel Wasser enthalten. Auch sind Ölmazerate aus frischen Kräutern nicht lange haltbar, da das in den Frischkräutern enthaltene Wasser recht bald zu einem Ranzigwerden des Öles führen wird. Ölmazerate können als Heiß- oder als Kaltauszug hergestellt werden.


 

Heißauszug


Geben Sie 250 g getrocknete oder 750 g frische, aber klein geschnittene Kräuter in eine kochfeste Glasschüssel und übergießen Sie die Kräuter mit 500 ml Oliven- oder Sonnenblumenöl. Setzen Sie die Glasschüssel auf einen Topf mit kochendem Wasser (oder verwenden Sie Wasserbadgeschirr) und lassen Öl und Kräuter ca. 3 Stunden lang simmern. Geben Sie ein Seihtuch über einen Krug und befestigen Sie das Tuch am Rande. Geben Sie nun die ölige Flüssigkeit in das Seihtuch und pressen am Ende das Tuch mit den darin enthaltenen Kräutern gut aus. Noch besser funktioniert dies, wenn Sie eine Obst- oder Beerenpresse zur Verfügung haben. Füllen Sie nun das abgefilterte Öl in saubere, dunkle Flaschen und verschließen diese luftdicht.


Im heißen Extraktionsverfahren werden vor allem Kräuteröle aus holzigen Pflanzen und Wurzelextrakte hergestellt. Auch frische, sehr feuchte Kräuter sollten heiß extrahiert werden um ein Ranzen durch Restfeuchte zu vermeiden. Es sei darauf hingewiesen, dass das heiße Extraktionsverfahren ein Schnellverfahren ist, weshalb die Wirkstoffkonzentration etwas schwächer ausfällt als beim Kaltauszug.


Zutaten und Hilfsmittel:

  • 250 g getrocknete, frische oder Wurzelkräuter,

  • 500 ml Basisöl,

  • hitzebeständige Glasschüssel,

  • großer Kochtopf,

  • Leinentuch zum Abfiltern,

  • Trichter,

  • dunkle Glasflasche zum Lagern.

Zubereitung:

1. Schritt: Erhitzen Sie einen großen Kochtopf voll Wasser. Währenddessen geben Sie die Kräuter in eine Glasschüssel und übergießen diese mit dem Basisöl.


2. Schritt: Der Ölansatz in der Glasschüssel muss für etwa 3 Stunden auf niedriger Flamme im Wasserbad sieden. Stellen Sie dabei sicher, dass kein Kochwasser in die Glasschale gerät.


3. Schritt: Lassen Sie das Kräuteröl nach dem Wasserbad gut abkühlen, bevor sie es durch das Leinentuch filtern und abschließend in das Lagerbehältnis trichtern. Die Aufbewahrung erfolgt dann wieder kühl und dunkel, am besten im Kühlschrank.


 

Kaltauszug


Füllen Sie ein großes Glas (z.B. Einweckglas) mit den Kräutern und bedecken diese gut mit dem Öl. Verschließen Sie das Glas und stellen es für 3 - 6 Wochen auf eine sonnige Fensterbank. Danach gießen Sie das Öl durch ein Seihtuch in ein entsprechend großes Gefäß ab. Pressen Sie anschließend den Rückstand im Seihtuch gut aus. Danach wiederholen Sie den ganzen Vorgang mit neuen Kräutern, verwenden diesmal aber das bereits gewonnene Kräuteröl.


Das kalte Extraktionsverfahren wird bei der Herstellung von Kräuterölen zum Extrahieren von Wirkstoffen aus weichen, nicht verholzenden Kräutern, beziehungsweise deren Blüten verwendet. Hierzu zählen zum Beispiel Brennnesseln, Ringelblumen- oder Lindenblüten.

Zutaten und Hilfsmittel:

  • gewünschte Kräuter,

  • geeignetes Basisöl (z.B. Sonnenblumen- oder Distelöl,

  • großes ungefärbtes Schraubglas (zur Öl-Extraktion),

  • sauberes Leinentuch (ungefärbt),

  • Auffangschale,

  • Trichter,

  • dunkle Glasflasche oder Phiole (zum Lagern des Öls),

  • sowie ggf. ätherische Öle (z.B. bei Massageöl).


Zubereitung:

1. Schritt: Zu Beginn werden zunächst die Kräuter in das Schraubglas gegeben. Man kann das Glas hier getrost randvoll mit getrockneten Kräutern füllen, bevor man es mit einem geeigneten Basisöl aufgießt.


2. Schritt: Als nächstes wird das Schraubglas gut verschlossen und für etwa 3 bis 6 Wochen an einem lichtreichen Ort (z.B. der Fensterbank) zum Reifen abgestellt. Das Gefäß sollte täglich geschüttelt werden, damit sich die Wirkstoffe der Kräuter gut mit dem Basisöl durchmischen.


3. Schritt: Nach dem Reifeprozess wird der Ölansatz dann in ein sauberes Leinentuch gegeben und in eine ausreichend große Auffangschale oder einen Topf gefiltert. Drehen Sie hierzu das Leinentuch nach und nach fester ein, bis durch Druckwirkung das Öl unten abfließt.


4. Schritt: Sofern ein Massage- oder Duftöl geplant ist, kann man das Kräuteröl nun noch mit ätherischen Ölen anreichern. Als Faustregel gilt hier eine Dosis von zehn bis 15 Tropfen.


5. Schritt: Abschließend wird das Öl über einen Trichter in das zur Lagerung vorgesehene Behältnis gefüllt. Dieses sollte dunkel (am besten braun oder blau) sein und unbedingt kühl gelagert werden, da Licht und Wärme den Zersetzungsprozess und damit das Ranzig werden des Öls beschleunigen.


 

Haltbarkeit von Kräuterölen


Je nach Sorgfalt bei der Extraktion und Lagerung, sind Kräuteröle ein halbes bis ein Jahr haltbar. Ein entscheidendes Kriterium sind auch die gewählten Zutaten. So kann man Knoblauchöl zum Beispiel durchaus etwas länger lagern, weil Knoblauchzehen von Haus aus konservierende Inhaltsstoffe besitzen. Mandelöl neigt dagegen wesentlich schneller zum Ranzig werden. Allerdings gibt es zumindest für Kräuteröle, die nicht zum Verzehr geeignet sind (Massage- und Duftöle) einen kleinen Trick, um die Haltbarkeit zu erhöhen: den Konservierungsstoff Antiranz. Er wird standardmäßig für ölhaltige Kosmetikprodukte und Massageöle verwendet, um diese länger haltbar zu machen. Bei einem Kräuteröl genügen hierfür schon zwei bis drei Tropfen.

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