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Linde (Sommerlinde Tilia grandifolia, Winterlinde Tilia cordata)


Linde
Bild: Mein schöner Garten

Wirkung:

reizmildernd, schweißtreibend, hustenlindernd, krampflösend, beruhigend, schlaffördernd, blutverdünnend, harntreibend

Anwendungsbereiche:

Husten, Schnupfen, Fieber, Hals- und Ohrenschmerzen, asthmatischen Erkrankungen, als Anregung zur Schwitzkur, zur Aktivierung der körpereigenen Abwehrkräfte, in Zeiten erhöhter Infektionsgefahr, als Einschlafhilfe, bei schwierigem und schmerzhaftem Urinieren, Unterleibsbeschwerden, Verschleimungen der Niere, Blutarmut, Blähungen, Verstopfungen, Durchfall, Appetitlosigkeit, aufgeblähtem Bauch, häufiges Aufstoßen, Wunden, heilt bösartige, übel riechende Geschwüre, beseitigt die Eiterungen, überanstrengte Augen, gestresste Haut, Nervenschwäche, Verbandsmaterial bei Verbrennungen

Verwendete Pflanzenteile:

Blüten mit Deckblättern, Blätter, Rinde, Samen

Sammelzeit:

kurz nach dem Aufblühen im Juni, Juli

Zu finden:

Vereinzelt in Laubmischwäldern, häufiger als Alleebaum oder in Parks und als Dorfbaum anzutreffen.

Inhaltsstoffe:

Schleim, Gerbstoffe, Flavonoide, ätherisches Öl, Farnesol, Wachs

Sonstiges:

☕ Tee: 2 Teelöffel Lindenblüten werden mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen und 10 Minuten ziehen gelassen. 3 Tassen pro Tag sind ausreichend.

☕ Tee: 1 Teelöffel Rinde mit 1/4 Liter kaltem Wasser zustellen und zum Sieden erhitzen, abseihen und bei Bedarf trinken. Die Linde ist ein heiliger Baum der Göttin Freya, der Schutzherrin der weiblichen Gerechtigkeit. Er ist auch Mittelpunkt der Zauberrosengärten der Zwerge und in der Nibelungensage beginnt unter ihr Siegfrieds Glück und Ende. Eine Linde beim Haus schützt vor Hexen und Hexerei.

Lindenblüten könnten gut mit anderen Pflanzen kombiniert werden. Eine Winterteemischung in der Ansteckungszeit kann aus Lindenblüten, Kamillenblüten, Malveblüten, Hagebutte, Pfefferminze, getrocknete Johannisbeeren, Eibischblüten und Himbeer-, Brombeer- und Erdbeerblätter bestehen. Je nachdem wie man ihn mag, stellt man den Tee aus höchstens 4 dieser Pflanzen zusammen. Die Hälfte der Teemischung soll aber immer aus Lindenblüten bestehen. Als Dauergetränk kann man Lindenblütentee nicht anwenden, nach 2 Wochen sollte auf andere Heilkräuter zurück gegriffen werden.


Äußerlich und innerlich kann man auf Lindenholzkohle zurück greifen. Die gepulverte Lindenkohle erhält man in der Apotheke und hilft bei Blähungen, Verstopfungen, Durchfall, Appetitlosigkeit, aufgeblähtem Bauch und häufigem Aufstoßen. Man nimmt dafür morgens und abends 1 Messerspitze.


Lindenblätter färben Wolle und Stoffe in Gelb- bis Brauntöne.


Das Lindenholz, was weich und elastisch ist, wird verwendet um herrliche Schnitzwerke herzustellen. Die auch als prachtvolle Altäre in alten Kirchen aus dem "heiligen" Holz geschnitzt wurde.


Der Duftstoff Farnesol ist für den Duftstoff unter blühenden Lindenbäumen verantwortlich, deshalb sollten depressive Menschen und bei Nervenschwäche sich lange unter den Bäumen aufhalten.


Aus Lindenbast kann man feste und haltbare Seile und Pinsel herstellen oder Matten flechten.


Hildegard von Bingen: Die Linde hat eine Wärme, die bis in die Zweige und Blätter aufsteigt. Der Mensch, der Herzschmerzen hat, nehme die innere Wurzel, pulverisiere es und esse das Pulver oft auf Brot. Wenn du schlafen gehst, dann lege frische Lindenblätter auf die Augen und über dein ganzes Gesicht, das mach die Augen klar und rein. Wer aber die Gicht hat, der hole von der Erde, die um die Wurzel der Linde liegt und gebe die Erde ins Feuer, damit sie glühend wird. Und in einem Dampfbad gieße Wasser darüber und bade darin. Das tue neun Tage lang und die Gicht wird geheilt.

Nimm vom Stamm der Linde (nicht von einem Zweig) ein Stück Rinde weg, wenn er im Sommer grünt. Schneide vom weißen Holz Späne weg und gebe die Späne durch einen goldenen Ring. Diesen Ring bedeckst du mit einem Baumwolltuch und darüber gebe ein grünes Glas, damit die Kraft des Spans nicht entweicht. Das tue 14 Tage bei zunehmendem Mond. Dann gebe den Ring an deinem Finger. Das ist eine starke Kraft gegen die gefährlichsten Krankheiten des Menschen.


Linde

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