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Inhaltsstoffe der Pflanzen


Strukturformel des Alkaloids Morphin

Was steckt so alles an Inhaltsstoffen in den Pflanzen? - Habe ich mich gefragt und Schwups war da wieder ein Blogbeitrag "Die Inhaltsstoffe der Pflanzen". Ich werde euch probieren so kurz und umfassend wie möglich zu informieren.


Was gibt es für Inhaltsstoffe?

  • Alkaloide

  • Antioxidantien

  • Ätherische Öle

  • Bitterstoffe

  • Flavonoide

  • Furocumarine

  • Gerbstoffe

  • Nährstoffe

  • Pyrrolizidinalkaloide

  • Saponine

  • Schleimstoffe

  • Senfölglykoside


Begriffe erklärt:


Alkaloide

Die Alkaloide gehören zu den wirksamsten Pflanzenstoffen und die meisten alkaloidhaltigen Pflanzen sind stark giftig. Den Pflanzen selber bietet dies einen Fraßschutz gegen Tiere, Bakterien und Pilzen. In der Medizin werden Alkaloide sehr geschätzt und auch für Heilzwecke verwendet, nur für Tee sind diese ungeeignet. Außerdem werden sie selten für äußerliche Anwendungen genutzt.


Antioxidantien

Als oxidativen Stress bezeichnet man einen Zustand im Stoffwechsel, bei dem durch Oxidation Schäden an Zellen oder deren Funktionen entstehen, zum Beispiel durch falsche Ernährung, Zigarettenkonsum, Stress, Alkohol oder Sonnenbaden. Dabei kann ein breites Spektrum an biologischen Funktionen betroffen sein. Verantwortlich hierfür ist ein Ungleichgewicht zwischen oxidativen und antioxidativen Prozessen. Antioxidantien verhindern sozusagen oxidativen Stress, man nennt sie auch freie Radikale. Ein Beispiel wäre zum Beispiel für Antioxidantien, dass man einen Apfel mit Zitronensaft beträufelt. Man kann dann ersehen das der Apfel nicht so schnell braun wird wie sonst. Dies liegt an dem Inhaltsstoff Vitamin C. Zitrusfrüchte sind besonders Vitamin-C-reich unteranderem auch Johannisbeeren, Paprika, Kiwi und Sanddorn. Vitamin E finden wir in Weizenkeimöl, Ölfrüchte, Maisöl, Nüssen, Sonnenblumenkerne und Sojaöl. Es kommen aber noch viele weitere Antioxidantien in den verschiedensten Pflanzen in Form von Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffe vor. Als Flavonoide finden wir sie in Kirschen, Äpfeln, Zwiebeln, Rotkohl, Radieschen und Auberginen. Als Polyphenole sind sie auch für die Farbe vieler rot-violetter und gelber Früchte und Blätter verantwortlich wie in Rotkohl, Kirschen, Weintrauben und Tee. Der leicht bittere Geschmack wird ebenfalls von Polyphenole verursacht, bei Kakao- und Kaffeebohnen. In Form von Saponinen finden wir ihn in Spinat und Hülsenfrüchten wie Erbsen und Bohnen. Die Senfölglykoside, die Schnittlauch, Knoblauch, Porree und Lauchzwiebeln ihren scharfen Geschmack verleihen, gehören ebenfalls zu den Antioxidantien. Carotinoide kennen die meisten bereits aus den Karotten, sie wirken ebenfalls antioxidativ, genauso wie in Pfirsichen, Aprikosen, Paprika, Tomaten, Brokkoli und Rosenkohl. Auch Spurenelemente wie Zink und Selen haben eine antioxidative Wirkung. Außer in Obst, Gemüse und Kartoffeln sind sie zu finden in Fleisch und Fisch.


Ätherische Öle

Ätherische Öle sind ölartige, leicht flüchtige, organische Verbindungen. Sie werden kaum synthetisch produziert, durch ihren komplexen Aufbau von bis zu 50 Bausteinen und werden nach wie vor direkt aus der Pflanze extrahiert. Verwendet werden sie für Speisen, Kosmetika, Parfüms, Heilmittel, Getränke, zum Räuchern und in der Aromatherapie. Die ätherischen Öle können in allen Pflanzenteilen gebildet werden. Wir verwenden die Samen von Kümmel, Anis oder Fenchel, bei Gewürzen wie Oregano, Thymian, Salbei und Rosmarin verwenden wir die Blätter, genauso wie in den Blüten oder in den Wurzeln von Primeln und Veilchen. Ätherische Öle sind auch zu finden in der Rinde und dem Holz einiger Bäume und Sträucher, zum Beispiel in Zirbelkiefern, Wacholder und Zypressen. Die Pflanzen locken mit diesen Duftstoffen vor allem ihre Bestäuber an. Außerdem schützen sie die Blätter vor Fraß und dienen an heißen Tagen als Kühlung.


Bitterstoffe

Bitterstoffe sind stark bitter schmeckende Substanzen, die sich nicht synthetisch nachbauen lassen. Bitterstoffe haben in der gesamten oberirdischen Pflanze den höchsten Wirkstoffgehalt. Oft wird für den medizinischen oder kulinarischen Gebrauch der Wurzelstock verwendet. Die Bitterstoffe wirken vor allem auf die inneren Organe. Sie regulieren die Drüsen der Verdauungsorgane und fördern die Absonderung von Verdauungssäften. Man nimmt sie vor den Mahlzeiten, da sie auf leeren Magen besser wirken. Für den ganzen Körper haben sie insgesamt eine kräftigende Wirkung. Sie wirken sich auch positiv auf den Stoffwechsel aus, indem sie zusätzlich die Herztätigkeit und die Durchblutung anregen und somit indirekt auf den Stoffwechsel von Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse fördern. Bitterstoffe fördern zudem über eine im Magen abgesonderte Substanz die Bildung der Erythrozyten im Knochenmark. Der Gehalt an roten Blutkörperchen werden durch regelmäßige Einnahme von Bitterstoffen erhöht. Da wir Bitterstoffe von unseren Essverhalten nicht so gewöhnt sind, sollte man langsam anfangen diese zu sich zu nehmen. Man kann sie auch wie Gewürze verwenden, zum Beispiel in Suppen, zu Kartoffeln, zu Salaten und so weiter.


Flavonoide

Flavonoide sind häufig an der Gelbfärbung der Blüten beteiligt, doch hinter den Sammelbegriff verbergen sich nicht weniger als 6500 verschiedene Verbindungen. Nach ihrer chemischen Feinstruktur werden sie in verschiedene Untergruppen eingeteilt. Die Flavone verleihen Paprika ihre hellgelben Pigmente und die Flavanone der Pampelmuse ihren leicht bitteren Geschmack. Als Isoflavonoide befinden sie sich als pflanzliche Hormone (Phytoöstrogene) in Sojabohnen. Flavanole verursachen die zusammenziehende Wirkung von Grünem Tee und Rotwein und Flavonole sind wiederum hellgelbe Farbstoffe. Vor allem in den Blüten und Blättern finden wir die Inhaltsstoffe, hauptsächlich in den oberirdischen Pflanzenteilen. Besonders häufig sind si in den verschiedenen Citrus-Arten, Schmetterlingsblütlern und Körbblütlern. Je nach Flavonoid-Typ stehen die gefäßverstärkenden, krampflösenden, antibakteriellen, antiviralen oder entzündungshemmenden Eigenschaften im Vordergrund. Flavonoide unterstützen bei Johanniskraut - wie bei zahlreichen weiteren Heilpflanzen - die Wirksamkeit der Hautwirkstoffe (hier das Hypericin).


Furocumarine

Die Furocumarine findet man besonders häufig in den Pflanzenarten aus der Familie der Doldenblütler, aber auch in vielen Zitruspflanzen. Bei empfindlichen Menschen können sie eine Lichtempfindlichkeit auf der Haut verursachen, wie zum Beispiel der Wiesen-Bärenklau. Im Riesen-Bärenklau sind sie in viel größerer Menge vorhanden. Sie bewirken im Zusammenhang mit Sonnenlicht Hautreizungen und Schwellungen, ähnlich wie ein Sonnenbrand, wenn die Haut mit dem Pflanzensaft in Kontakt gekommen ist. Man sollte die Hautstelle so schnell wie möglich waschen und vor Sonnenlicht schützen. Ist dies im Gesicht nicht möglich, ist es ratsam ein Sunblocker aufzutragen.


Gerbstoffe

Gerbstoffe sind in erster Linie zum Gerben da, das heißt um rohe, tierische Häute zu Leder zu verarbeiten. Die gerbende Wirkung verdanken die Gerbstoffe den Phenolkörpern. Durch sie werden die Eiweißstoffe der Haut in widerstandsfähige, unlösliche Stoffe umgewandelt. Gerbereien nutzen dafür Eichenrinde, Gagel, Fichtenrinde und Kastanienholz. Gerbstoffe findet man in allen Pflanzenteilen. Zum Gerben und in der Medizin wird vor allem die Rinde verwendet, da sie hier besonders hoch konzentriert sind. In der Medizin haben Gerbstoffe reizmildernde, entzündungshemmende, sekretionshemmende und bakterizide Wirkung. Sie lindern Durchfall oder Magen- und Darmkatarrhe, indem die gelösten, schädlichen Eiweiße schwer lösliche Verbindungen mit den Gerbstoffen eingehen. So werden die giftigen Substanzen unschädlich für den Körper und können ausgeschieden werden. Pflanzen hierfür sind Blutwurz, Heidelbeere, Salbei, Frauenmantel, Schlehe und Odermennig. Äußerlich werden sie bei Unterschenkelgeschwüren, Hämorrhoiden, Frost- und Brandwunden, als Gurgellösung bei Entzündungen im Rachenraum und Parodontose eingesetzt. Gerbstoffe sind auch in Zahnpasta und Wundsalben zu finden. Ihre sekretionshemmenden Eigenschaften macht man sich hin Form von Deodorants und Bädern zu Nutze. Bei Vergiftungserscheinungen werden sie auch genutzt, da sie mit Schwermetallen und Alkaloiden schwer lösliche Verbindungen eingehen.


Glykoside

Glykoside sind in der Natur weit verbreitet. Sie sind aus der Verbindung von Zuckermolekülen mit einem alkoholischen Bestandteil zusammengesetzt und haben viele verschiedene Eigenschaften. In Verbindung mit Flavonoiden spricht man von Flavon-Glykosiden. Sie sind so ähnlich wie die Anthocyan-Glykoside für die Bildung verschiedener Pflanzenfarbstoffe verantwortlich. Einen typischen Duft bei Waldmeister und Steinklee verleihen die Cumarin-Glykoside. In den Samen vieler Obstsorten findet man die Cyan-Glykoside. Zerkaut setzen sie die giftige Blausäure frei. In Maiglöckchen und Fingerhut findet man die Herzglykoside, die die Herzmuskulatur stärken. Iridoid-Glykoside schützen Pflanzen vor Fressfeinden. Die Saponin-Glykoside wirken ähnlich und bilden Abwehrstoffe für Pflanzen. Außerdem haben sie schäumende Eigenschaften. Das bekannteste Phenol-Glykosid ist das Aesculin aus der Rosskastanie, es wirkt für die feinen Blutgefäße kapillarabdichtend. Das Salicin von Weidenrinde und Mädesüß hat schmerzlindernde Eigenschaften. Die Senfölglykoside sind für den scharfen und oft etwas bitteren Geschmack vieler Kreuzblütler verantwortlich. Zudem wirken sie anregend auf die Haut und Schleimhaut und werden in Form von Umschlägen gegen Rheuma, Gelenkerkrankungen, Fieber und Atemwegserkrankungen aufgelegt.


Nährstoffe

Wildkräuter sind sehr gesund und haben einen hohen Nähstoffgehalt. Wildgemüse enthält im Vergleich zum Kulturgemüse durchschnittlich etwa die vierfache Menge an Vitamin C, hat einen doppelt so hohen Gehalt an Carotin (Provitamin A) und ist reicher an Spurenelementen und Mineralstoffen. Der Gehalt schwankt je nach Wachstumsbedingungen und jede Pflanzenart nimmt andere Nährstoffe vermehrt auf.


Vergleich des durchschnittlichen Gehaltes an Inhaltsstoffen bezogen auf 100 g Wild- und Kulturgemüse.


Wasser (%)

Provitamin A (µg)

Vitamin C (mg)

Eiweiß (g)

Kalium (mg)

Phosphor (mg)

Magnesium (mg)

Calzium (mg)

Eisen (mg)

Kulturpflanzen

91,9

250

47

1,3

343

48,9

20,6

63,7

1,4

Wildpflanzen

84,6

588

209

4,5

584

82

60

238

4,1

Tagesbedarf


800

75-100

80-100

3500

800

300-350

800

15


Pyrrolizidinalkaloide

Tierversuche haben gezeigt, dass die Abbauprodukte der Pyrrolizidinalkaloide die Leber schädigen. Auf Vieh- und Pferdeweiden haben sie zu tödlichen Vergiftungen geführt. Dies geht vor allem auf die Vergiftungen mit Greiskraut-Arten (Gattung Senecio) zurück, da diese einen besonders hohen Anteil an Pyrrolizidinalkaloide aufweisen. Sie galten schon seit alters her als Giftpflanzen. In geringen Mengen findet man sie auch in verschiedenen anderen Pflanzen, wie Beinwell, Huflattich, Borretsch, Vergissmeinnicht- und Sonnenhut-Arten. Die Giftigkeit dieser Stoffe, ist wie bei allen Dingen, stark abhängig von der eingenommenen Dosis (Die Dosis macht das Gift).


Saponine

Saponine haben schäumende Eigenschaften. Ihre Strukturvielfalt ist groß, und es sind recht komplex aufgebaute chemische Bausteine. Vergleichbar hoch ist auch ihre Variabilität der biologischen Eigenschaften. Die Pflanzen schützen sie vor allem gegen Pilzbefall. Der Wirkstoffgehalt ist in den tropischen und subtropischen Arten wie Yucca und Agave am höchsten. Saponine finden wir auch in Zuckerrüben, Rote Beete, Spargel, Vogelmiere, Seifenkraut, Rosskastanie und Gänseblümchen. In der Heilkunde schätz man vor allem ihre harntreibenden, stärkenden, schleimlösenden, entzündungshemmenden und hormonstimulierenden Eigenschaften. Sie unterstützen auch die Aufnahme wertvoller Nahrungsbausteine aus dem Darm und binden Cholesterin. Der Saponin-Gehalt ist in den Nussschalen des indischen Walnussbaumes (Sapindus mukorossi) und der Rinde des südamerikanischen Seifenrindenbaumes (Quillaja saponaria) so hoch, dass sie zum Waschen verwendet werden.


Schleimstoffe

Schleimstoffe sind meist zu komplexen Verbindungen zusammengesetzte Kohlenhydrate mit hoher Quellfähigkeit. Sie haben eine reizmildernde und einhüllende Wirkung auf die Haut und Schleimhäute von Atemwegen und Verdauungsorganen. Einige haben zusätzlich, wie Leinsamen, auch eine abführende Wirkung. Bei verdorbenem Magen werden sie eingesetzt, um die Giftstoffe aufzusaugen und abzuführen. Äußerlich wirken sie entzündungshemmend, und werden zur Linderung von Geschwüren, Furunkeln oder Drüsenschwellungen eingesetzt. Außerdem besitzen sie eine blutdrucksenkende und das Immunsystem stärkende Wirkung.


Senfölglykoside

Wie der Name schon verrät, handelt es sich bei ihnen um scharf schmeckende Stoffe, die mit einem Glykosid verbunden sind. Die Senfölglykoside sind schwefel- und stickstoffhaltige Verbindungen. Der Pflanze helfen diese Scharfstoffe ihre Fraßfeinde abzuwehren. In der Medizin schätzt man ihre anregende, hautreizende und antibakterielle Wirkung. Ihnen wird auch eine vorbeugende Wirkung gegen Krebserkrankungen nachgesagt. In höheren Konzentrationen können sie allerdings auch Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Daher sollte bei der Anwendung von Senfpflastern oder dem Verzehr dieser Kräuter unbedingt auf eine angemessene Einwirkzeit und Dosis geachtet werden.

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