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Bärwurz (Meum athamanticum)


Bärwurz

Wirkung:

herzstärkend, wärmend, migränewirksam, harntreibend, magenstärkend


Anwendungsbereiche:

Magendrücken, Herzbeschwerden, Weißfluss, Menstruationsbeschwerden, Nierenleiden, Blasenerkrankungen, Vergiftungen, Verschleimungen der Lunge, Altersschwäche, Hautausschläge, Gicht, Gelbsucht, Migräne, Verdauungsstörungen, Nervenleiden, erleichtert die Geburt, zur Anregung des Stoffwechsels

Verwendete Pflanzenteile:

Wurzel und Samen

Sammelzeit:

Frühjahr und Herbst


Zu finden:

Auf Bergwiesen, Magerrasen, kalkarmen, mäßig sauren Böden im höheren Mittelgebirge.

Inhaltsstoffe:

Öl, ätherisches Öl, Ligustilid, Monoterpene, Gummi, Harz, Zucker, Stärke, Kaffeesäurederivate


Sonstiges:

☕ Tee: 1 Teelöffel zerkleinerte Wurzel wird mit 1/4 Liter kaltem Wasser zugestellt, bis zum sieden erhitzt, einige Minuten stehen gelassen und abgeseiht. 2 Tassen pro Tag sind genug.


Bärwurz ist eine ausdauernde Pflanze und kann zwischen 15 bis 60 cm hoch werden. Sie bildet ein Rhizom was walzlich, lang und dick ist und oben einen Faserschopf hat. Das Rhizom kann bis zu 1 Meter tief wurzeln. Die Stängel sind aufrecht bis aufsteigend, kahl, kantig-gerieft und nur im oberen Bereich mit ein oder zwei Blättern besetzt. Die grundständig angeordneten Blätter sind in einem langen Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Umriss der Blattspreite ist länglich oder eiförmig und sie ist zwei- bis vierfach fiederschnittig. Die Abschnitte letzter Ordnung sind haardünn und fast quirlig gebüschelt. Die oberen Blätter sind oft nur einfach fiederschnittig und sitzen auf den Blattscheiden. Die Blattscheiden der grundständigen Blätter sind kurz, sehr breit und eiförmig. Viele Blüten stehen in einem doppeldoldigen Blütenstand zusammen. Die Dolden sind 6- bis 15-strahlig; ohne oder mit ein bis acht Hüllblättern. Ihre Strahlen sind glatt und fast kahl, aber zur Fruchtzeit ungleich verlängert. Es sind drei bis acht Hüllchenblätter vorhanden. Die fünf Kronblätter sind weiß oder gelblich-weiß. Blütezeit ist von Mai bis August.


Bärwurz kann in der Küche als Gewürz verwendet werden und passt gut zu Quarkspeisen, Salaten, Kräuterbutter, Suppen, Saucen, Gemüsegerichten und zur Herstellung von Kräuterkäse. Er hat einen kräftig-deftigen Geschmack. Im Erzgebirge wird er in der "Köppernickel-Suppe" verwendet. Die Blüten sind eine essbare Dekoration. Der in Bayern, vor allem im Bayerischen Wald, bekannte und in zylindrischen, braunen Steingut-Flaschen verkaufte „Bärwurz“-Schnaps wird entweder aus der Bärwurz-Pflanze (Wurzel) oder aus der Mutterwurz (Ligusticum mutellina) hergestellt.


Seit dem Mittelalter wird die Bärwurz (Meum athamanticum) in Klostergärten gezogen. Bei allen Pflanzen, die das Wort "bär" in sich tragen, handelt es sich um ganz besondere Kräuter, die die Kraft und Stärke des großen Bruders in sich tragen und starke, erneuernde Wirkmechanismen aufweisen.


Bärwurz ähnelt dem Fenchel, unterscheidet sich aber in der Wurzel. Sie wird auch Alpenfenchel genannt.


Zum Schutz der heimischen Flora wird die Bärwurz in Deutschland von spezialisierten Landwirten angebaut. Sie kultivieren Bärwurz unter hohen Umweltstandards und Auflagen für die Brennereien im Bayerischen Wald sowie für andere Zwecke wie Pflanzenheilkunde oder Kräuterliköre. (Wikipedia)


Hildegard von Bingen: Der Bärenfenchel ist warm und hat trockene Grünkraft. Wer Gicht hat, der esse das Pulver mit Brot und wer Gelbsucht hat, zerstoße die Wurzel in Essig und esse sie so. Dann bereite er auch mit diesem Essig eine Suppe und er wird geheilt werden.

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